|
| 28.04.2008 |
| rbb zibb: Die Spur der Verdammnis |
| |
Nora Günther aus Prestewitz im Landkreis Elbe-Elster hat mit ihrem Roman "Sturm der Verdammnis" frischen Wind in die Bücherregale der Region Mühlberg und Sonnewalde gebracht. Gestützt auf das Fachwissen ihres Mannes, ließ die Amateur-Autorin den Dreißigjährigen Krieg in der Gegend noch einmal aufleben.
Ehemann Gerd Gerd ist Historiker und Mitarbeiter der unteren Denkmalschutzbehörde: Das Wirken seiner Vorfahren kann er bis in die zwölfte Generation zurückverfolgen. Eine exklusive Quelle der Recherchen waren die Kirchenbücher von Mühlberg und Sonnewalde, die der Pfarrer im Jahre 1642 vor den Schweden gerettet hatte.
Nora Günther sitzt seit dem Erscheinen ihres Buches bei Lesungen meist vor gut gefüllten Stuhlreihen. Das Interesse an dem Buch wird vor allem durch die regionale und teilweise sogar personelle Nachvollziehbarkeit der historischen Ereignisse entfacht. Eine zweite Auflage ist in Sicht, denn die Gymnasien der umliegenden Städte wollen den Stoff in die Lehrpläne integrieren. Und das nächste Buch ist auch schon ante portas: Diesmal geht es um die Raubritter.
„Mühlberg 1637: Eine trügerische Ruhe herrscht in Schloss und Stadt, denn draußen tobt der Dreißigjährige Krieg. Die Obrigkeit scheint ahnungslos. - Vier Jahrhunderte später versetzt sich Nora Günther zurück ins Mittelalter. Sie versucht sich als Dichterin. Die Geschichte packt sie und sie verpackt die Geschichten in einem historischen Roman.
Ein Jahr lang bangt und leidet die selbständige Computerfachfrau mit ihren Helden. "Kinder betet, die Schweden kommen", denkt und schreibt sie ein ums andere Mal. Die Romanfigur des Amtsrichters Paull Günther aus dem Buch ist ein Verwandter von Nora Günther - ein Vorfahr ihres Mannes in zwölfter Generation. Gerd Günter hat die Fakten geliefert, ist Berater und Kritiker seiner Frau.
Fünf Jahre lang haben sie im Mühlberger Stadtarchiv recherchiert. Die Verwandtschaft hat viele Spuren hinterlassen, die außergewöhnlich gut erhalten sind - trotz der Großbrände in diversen Kriegen. Herausgekommen ist "Sturm der Verdammnis" - ein Roman mit 40 Kapiteln.
Auch in ihren Lesungen fesselt Nora Günther die Zuhörer mit detailgetreuen Beschreibungen der Grausamkeiten. Am Originalschauplatz, der Mühlberger Klosterkirche, wird der Dreißigjährige Krieg mit seinen Belagerungen, Plünderungen und Zerstörungen lebendig.
Die erste Auflage von 500 Büchern ist schon komplett ausverkauft. In drei Wochen gibt es frisch gedruckten Nachschub. Inzwischen schreibt Nora Günther schon an einer Rittersaga, die natürlich auf wahren Begebenheiten in Südbrandenburg beruht.
Ein Beitrag von Dagmar Lembke
http://www.rbb-online.de/_/zibb/beitrag_jsp/key=7379917.html
|
 |
rbb zibb vom 28.04.2008 |
| zurück |
| |
|
| Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut. |
 |
| Laotse |
|
|
|